Projektinformationen

Projektname: NADINE – Navigation im öffentlichen Personenverkehr mit modularer Dienste-Architektur zur Einbindung in externe Applikationen
Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Zeitraum: 11/2012 - 10/2015

Zielstellung

Ziel des Projektes ist die Umsetzung einer räumlich und inhaltlich übertragbaren, fahrpreissensitiven Tür-zu-Tür-Navigation im ÖPV. Diese umfasst sowohl das öffentliche Verkehrsnetz als auch die Zu- und Abgänge als Fußwege sowie die Umstiege an komplexen Knotenpunkten und bietet Funktionalitäten vergleichbar zu etablierten Navigationslösungen im Individualverkehr. Eine innovative, offene Dienstearchitektur für mobile Endgeräte ermöglicht erstmals die vollständig transparente Nutzung durch Drittanwendungen, wie z.B. Stadtinfo-Applikationen, welche dadurch einfach um eine Navigationsfunktionalität erweitert werden können. Die angestrebte Nutzung des ÖPV wird zusätzlich unterstützt, indem ein Handy-Ticket-System angebunden wird. Mittels hybrider Ortung und intuitiver Navigation werden die Verfügbarkeit und Bedienbarkeit deutlich verbessert. Pilotierungen in zwei Verkehrsunternehmen in Verbindung mit mobilen Ticketing- und Informationsdiensten zeigen die Praktikabilität und Übertragbarkeit des Ansatzes.

Projektschwerpunkte

  1. Durchgängige Navigation als modulare Dienste-Architektur: In der Vergangenheit sind viele Konzepte gescheitert, die versucht haben, eine universelle Applikation zu schaffen, welche alle Daten und Dienste integriert. Um dies zu vermeiden, soll die Tür-zu-Tür-Navigation in Form mehrerer Dienste angeboten werden, die in andere Applikationen transparent über offene definierte Schnittstellen (IP-KOM-ÖV) eingebunden werden kann.

  2. Fahrpreissensitive Navigation: Ziel ist die Zusammenführung von Technologien für eine durchgängige "öffentliche echte Tür-zu-Tür-Navigation als native Implementation für mobile Plattformen in Verbindung mit mobilem Ticketing" unter Berücksichtigung der VDV-Kernapplikation. Der Kunde soll die Freiheit erhalten, sich im gesamten ÖV-Netz frei zu bewegen, wie er dies von der Fußgänger- und Kfz-Navigation gewohnt ist. Unter "durchgängig“ ist dabei die Navigation über die gesamte ÖV-Reisekette zu verstehen, d.h.
    • von der Haustür bis zur Starthaltestelle, bei Fußwegen zwischen Haltestellen sowie von der Zielhaltestelle bis zur Haustür mittels Fußgängernavigation, 
    • an der Haltestelle zum ÖV-Fahrzeug, an Umsteigepunkten zwischen den ÖV-Fahrzeugen und aus der Zielhaltestelle heraus wieder in das Fußwegenetz mittels der folgend beschriebenen Knotennavigation und
    • innerhalb des ÖPNV-Haltestellen- und Liniennetzes.
    Die Navigation wird ferner in eine Lösung zum Kauf von Handy-Tickets passend zu den Navigationsvorschlägen integriert.

  3. Intuitive Navigation in komplexen ÖV-Knotenpunkten: Zusätzlich zu Kartendarstellungen und Wegenetzen wird dem Fahrgast eine objektorientierte Navigation angeboten, bspw.: "Verlassen Sie den U-Bahnhof in Fahrtrichtung, dann links", "Benutzen Sie den Haupteingang und gehen Sie in Richtung der Bahnhofsinformation und dann zu Gleis 7" etc.). Dieses Verfahren erfordert eine neuartige, aber generell einfach zu erstellende und zu pflegende Modellierung von Verkehrsknoten und soll verhindern, dass Kunden jederzeit das Smartphone im Blick behalten müssen.

  4. Hybride durchgängige Ortung: Zur Ortung wird ein hybrides Ortungsverfahren genutzt, welches (A)-GPS/Galileo-basierte Ortung oberirdisch mit WLAN-Ortung in abgeschatteten bzw. indoor/unterirdischen Umgebungen und ITCS-basierte Ortungen in Fahrzeugen kombiniert. Die WLAN-Ortung wird um eine Kontexterkennung (z. B. zu Fuß unterwegs, im Fahrzeug, im Gebäude) sowie eine Point-of-Interest Erkennung (z.B. „in der Nähe des Geldautomaten“) erweitert. Weiterhin werden die im Projekt IP-KOM-ÖV gerade in der Standardisierung befindlichen Car2x Ansätze genutzt, um in direkter Interaktion mit dem Fahrzeug den Standort zu identifizieren.
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