5. Projektmeeting in Nürnberg, 3. und 4. Dezember 2014

 

Am 3. und 4. Dezember 2014 kamen die Partner des NADINE-Konsortiums zum fünften Mal zum halbjährlichen Projektmeeting zusammen, diesmal am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS im Nürnberger Nordostpark. Im Fokus standen das Design der NADINE-App, die Planung der Pilotphasen sowie das Zusammenspiel der einzelnen Fachdienste in einer Gesamtanwendung. Ein erster Prototyp, der die Fachdienste ÖV-Navigation, Fußwegnavigation, Lokalisierung und Ticketing vereint, wird im ersten Quartal 2015 fertiggestellt. Das Dienste-Framework hierfür ist den Partnern bereits im November in zwei Entwickler-Workshops detailliert vorgestellt worden.

 

Bei Lebkuchen auf dem Christkindles Markt und einen gemeinsamen fränkischen Essen wurden am Abend des 3. Dezember in gemütlicher Runde weitere Ideen ausgetauscht. Das nächste Treffen des NADINE-Konsortiums findet am 16. und 17. April 2015 in Erfurt statt.

 

 

Vorbereitungen für Pilotphasen in Erfurt und Nürnberg gestartet

 

Während die Entwicklungspartner an der Fertigstellung des Prototyps arbeiten, werden in Erfurt und Nürnberg die Vorbereitungen für die Pilotphasen getroffen. Um möglichst wenig Zeit durch Anfängerfehler zu verlieren, wird u. a. auf die Erfahrungen anderer gebaut, so zum Beispiel auf die der TU Ilmenau bei ihrem Projekt IP-KOM-ÖV. Die professionelle Planung und Durchführung der Tests, wie sie die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Instituts für Medienproduktion in einem gemeinsamen Workshop vorstellten, beeindruckte die Partner im Projekt NADINE. Viele Ideen und Anregungen konnten für die eigenen Planungen aus der Veranstaltung mitgenommen werden. Eine direkte Übertragung der Vorgehensweise ist jedoch nicht möglich. Für die NADINE-App muss vorerst die Konsistenz der Daten aus den verschiedenen Diensten und ihr Zusammenspiel geprüft werden, bevor überhaupt an eine Testreihe mit potentiellen Nutzern zu denken ist. In welcher Form die Nutzertests umgesetzt werden soll, wird in den nächsten Wochen sowohl in Erfurt als auch in Nürnberg geplant. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit des Dienstekonzeptes zu bestätigen und im besten Fall die App in beiden Städten in den Produktivbetrieb zu übernehmen.


Die Erfurter Verkehrsbetriebe AG kann glücklicherweise auf die Mitwirkung der Fachhochschule Erfurt für einen Teil der Pilotphasen bauen. Im Rahmen des Seminars „Qualität und Angebot im ÖPNV“ werden die Studenten des Master-Studiengangs „Intelligente Verkehrssysteme und Mobilitätsmanagement“ nicht nur in die Tests, sondern auch in deren Vorbereitung und Evaluation eingebunden. Die Fortschritte zur Pilotphase in Erfurt können auf der Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/nadinepiloterfurt mitverfolgt werden.

 

 

 

Intuitive Fußgänger-Navigation

 

Eine intuitive und nahtlose Navigation von Fußgängern erfordert die Berücksichtigung verschiedener Aspekte.

Landmarken sind die natürlichste Form, Routen nachvollziehbar zu beschreiben. Nach einer Erhebung potenziell auffälliger Objekte müssen Landmarken routen- und situationsabhängig ausgewählt und geeignet präsentiert werden.

Zudem möchte der Nutzer Routen vorgeschlagen bekommen, die an seine individuellen Präferenzen angepasst sind. So bevorzugen beispielsweise sowohl Gehbehinderte als auch Eltern, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind, Routen ohne Treppen. Bei schlechtem Wetter werden Außenbereiche vermieden.

Für Umgebungsdarstellungen gibt es aufgrund verschiedener verfügbarer Daten unterschiedliche Präsentationsmöglichkeiten. Als Alternative zur konventionellen Kartendarstellung könnten dem Nutzer auch 3D-Modelle, die zum Beispiel aus Daten des Landesamtes für Vermessung generiert werden, zur Orientierung dienen.

 

Landmarken-Navigation

 

 

Dieses Video zeigt einen ersten Prototypen, der Indoor-Routen anhand von Landmarken darstellt. Der Nutzer wird anhand von auffälligen Objekten entlang der Route navigiert.

 

Nutzerpräferenzen

Bei unseren Indoor-Routen kann der Nutzer Präferenzen eingeben. So kann man beispielsweise Treppen vermeiden oder Innenbereiche bevorzugen.

 

2D- und 3D-Karten

Im Außenbereich bietet unsere Applikation dem Nutzer die Möglichkeit, zwischen einer Karten- und einer dreidimensionalen Ansicht zu wechseln.

 

Von Tür zu Tür

Die von der Universität Regensburg realisierte Demo-App zeigt, dass eine Tür-zu-Tür-Navigation unter Verwendung unterschiedlicher Dienste realisierbar ist.

 

 

Die NADINE Dienstearchitektur – Konzeption und erste Praxistests

 

ÖV-Navigation, Fußgängernavigation, Lokalisierung und Ticketing sind sogenannte Fachdienste, die ihre Funktionalitäten Smartphone-Apps zur Nutzung bereitstellen. Ziel ist es, über einen einheitlichen und flexiblen PlugIn-Ansatz den Implementierungs- und Abstimmungsaufwand für App- und Fachdienstentwickler deutlich zu reduzieren. Um die Kommunikation zwischen Fachdiensten und Apps auf dem Smartphone zu ermöglichen, wurde im Projekt eine Dienstearchitektur entwickelt (Abbildung 1).

 

Nadine Architektur

Abbildung 1: Die NADINE Dienstearchitektur

 

In der Praxis bedeutet dies, dass der Smartphone-Nutzer die von ihm gewünschten Dienste über eine einheitliche Benutzeroberfläche (z.B. die NADINE-App) erreicht und nicht mehrere Apps parallel nutzen muss. Für Anbieter von Fachdiensten besteht der Vorteil darin, eigene innovative Lösungen leichter in bestehende Apps integrieren zu können und diese damit verschiedenen App-Anbietern und -Herstellern zugänglich zu machen. Da Fachdienste nicht nur Daten, sondern auch konkrete Oberflächenelemente zur Verfügung stellen können, reduziert sich der Implementierungsaufwand für den App-Hersteller bei der Zusammenführung enorm. Ermöglicht wird dieses Konzept mit Hilfe des zentralen Management-Service (MMS), der den Kern der Dienstearchitektur ausmacht. Die Kommunikation aller Komponenten wird über eine einheitliche Management-Service-Bibliothek (MMS Library) realisiert und vom Management-Service gesteuert.

 

Die HanseCom GmbH hat die Dienstearchitektur in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IVI konzipiert. Erste Praxistests wurden bereits für das Ticketing und die ÖV-Navigation erfolgreich durchgeführt. In den nächsten Monaten werden alle NADINE-Komponenten in die Dienstearchitektur überführt und Schritt für Schritt in den Pilotphasen getestet. Die Umsetzung des Konzepts erfolgt im Projekt auf Basis des Android-Betriebssystems, lässt sich aber auf andere gängige Smartphone-Betriebssysteme übertragen.

 

 

Abschluss der Arbeiten an AP 100 – System- und Betriebskonzept erstellt

 

Das Arbeitspaket 100 ist mit seinen untergeordneten Arbeitspaketen abgeschlossen. Die darin erarbeiteten Grundlagen, Anforderungen und Konzepte bilden die Basis für die Entwicklung der NADINE-Dienste in den inhaltlichen Arbeitspaketen. Gerade die Arbeitspakete AP 160 (Fachliches und technisches Gesamtkonzept) und 170 (Betriebs- und Verwertungskonzept) zeigen, wie die einzelnen Dienste in einem Jahr funktionieren und in einem Gesamtsystem zusammenspielen sollen. Während im AP 160 die Details zu den Diensten und dem Gesamtsystem sowie die entsprechenden Rollen entwickelt und dargestellt werden, erfüllt das Betriebs- und Verwertungskonzept in AP 170 die Aufgabe, die organisatorischen und betrieblichen Zusammenhänge zu evaluieren und festzulegen.

 

Die wesentlichen Informationen aus allen Dokumenten im Arbeitspaket AP 100 wurden in einem gesonderten Dokument zusammengestellt. [Download Gesamtdokumentation AP 100].

 

Auch die praktischen Arbeiten an NADINE schreiten gut voran. Erste Komponenten werden derzeit bereits getestet. Bis Jahresende werden nun verschiedene Prototypen entwickelt und in ersten Pilottests getestet. Die Ergebnisse und Weiterentwicklungen werden dann sowohl in die Entwicklung des Prototyps als auch wieder in die Konkretisierung und Fortschreibung der konzeptionellen Dokumente einfließen.

 

 

NADINE auf der CeBIT 2014 in Hannover

 

Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Universität Regensburg den Projektbaustein "URWalking" auf der CeBIT 2014 vorstellen und somit einer Vielzahl an Fachbesuchern näher bringen. Im Mittelpunkt stand dieses Jahr die Navigation in Indoor-Bereichen. Für das präferenzbasierte Routing und für die Navigation wurden dabei Graphen verwendet, die auf die wesentlichen, notwendigen Informationen reduziert wurden und somit mit geringem Aufwand erstellt werden konnten.

 

Anhand einer Webseite, die CeBIT-Besucher zu den Ständen verschiedener Aussteller führen konnte, wurde der bisherige Arbeitsstand demonstriert. Zudem wurde die Gelegenheit genutzt, das Orientierungsverhalten des Messepublikums anhand verschiedener Eye-Tracking-Studien zu untersuchen.

 

CeBIT

 

Ein Mitarbeiter der "Deutsche Messe AG" nimmt an einer Eye-Tracker-Studie teil.

 

 

Erster Meilenstein erreicht: Hybride Ortung mit GPS und WLAN verfügbar

 

Mit hybrider Ortung bezeichnet man Verfahren, die zwei oder mehr Technologien zur Lokalisierung kombinieren. Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Positionsschätzung lassen sich erhöhen, indem man die Schwächen der einzelnen Technologien weitgehend kompensiert. Hybride Ortungsverfahren verknüpfen damit die Vorzüge und charakteristischen Eigenschaften der Einzeltechnologien zu einem neuen, effizienteren System.


Das Fraunhofer IIS hat mit awiloc® bereits eine Technologie entwickelt, die durch Messung der empfangenen Feldstärke von WLAN-Signalen eine Positionsbestimmung vornehmen kann. Aufgrund der hohen Dichte an WLAN-Routern im städtischen Raum kann diese Methode sowohl innerhalb von Gebäuden als auch in Außenbereichen eingesetzt werden.

 

Mit GPS steht auf der anderen Seite ein System zur Verfügung, das Navigation auf einer globalen Ebene ermöglicht. In innerstädtischen Gebieten, in denen Abschattungseffekte und Reflexionen von Gebäuden, Bäumen usw. zu einem eingeschränkten oder fehlerbehafteten Empfang von Satellitensignalen führen können, ergänzen WLAN-Signale die Positionslösung sinnvoll und können eventuelle (Empfangs-)Lücken kompensieren.


Die Fusion beider Technologien ist einer der Meilensteine im Projekt NADINE. Die hybride Ortung soll dem Benutzer die lückenlose Tür-zu-Tür-Navigation durch den öffentlichen Nahverkehr ermöglichen. In einem ersten Schritt wurden die Algorithmen implementiert, die auf der Basis von wahrscheinlichkeitstheoretischen Modellen WLAN und GPS kombinieren. Dazu muss zum einen der Messprozess modelliert werden und zum anderen der Bewegungszustand auf der Basis eines ausgewählten Bewegungsmodells vorhergesagt werden. Bei den Szenarien, die in NADINE betrachtet werden, ist ein einziges Bewegungsmodell nicht ausreichend, denn ein Fußgänger hat wesentlich mehr Freiheitsgrade als ein Fahrzeug. Diese Unterschiede muss der Algorithmus berücksichtigen.


Die erste Version der hybriden Ortung wurde in verschiedenen Anwender-Szenarien getestet, z. B. Lokalisierung im Parkhaus sowohl für Fußgänger als auch im Auto. Die Ergebnisse sind vielversprechend und wurden bereits auf Konferenzen und Veranstaltungen einem größeren Publikum vorgestellt.

 

 

 

Fachtagung "Mobilität & Kommunikation" in Dresden

 

Unter dem Motto „Wie revolutioniert das Web die individuelle Mobilität?" lud die TU Dresden am 30. Januar 2014 zur Fachtagung „Mobilität & Kommunikation. Die Veranstaltung hatte das Thema „permanente Information und Reisebegleitung" als einen thematischen Schwerpunkt gewählt. So sollen vorhandene und neue Angebote im Sinne einer smarten Mobilität durch die gezielte Kombination interaktiver Informations- und Navigationsdienste flexibler, komfortabler und sicherer gemacht werden.

 

NADINE fügte sich als „Tür-zu-Tür"-App bestens in dieses Themenfeld. Mitarbeiter des Fraunhofer IVI nutzten daher die Gelegenheit, das Projekt auf einem Informationsstand im Rahmen einer begleitenden Ausstellung zu präsentieren. Im Gespräch mit Vertretern aus Wirtschaft, Ministerien, Beraterfirmen und Verkehrsunternehmen zeigte sich, dass NADINE mit den Attributen „Durchgängigkeit" und „Kombination aus Navigation und Ticketing" bei Nutzern gefragte Merkmale bietet. Das Projekt ist auf dem besten Wege, die Herausforderungen einer integrierter Applikation zu bewältigen und die gesamte Reisekette von „Tür zu Tür" abzudecken.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung

 

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NADINE beim Fraunhofer Symposium Netzwert in München

 

Jedes Jahr veranstaltet die Fraunhofer-Gesellschaft das Symposium Netzwert mit dem Ziel, Vernetzungspotentiale zwischen Fraunhofer-Forschern und Vertretern der Industrie zu identifizieren und die Verwertung von Know-how aus der Wissenschaft zu fördern. Zum Symposium trafen sich vom 3. Bis 4. Dezember in München mehr als 300 Wissenschaftler aus Fraunhofer-Instituten, aber auch Fördermittelgeber, ausgewählte Projekt- und Wirtschaftspartner sowie der gesamte Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft.

 

Im Vorfeld fand ein Ideenwettbewerb statt, dessen 20 beste Ergebnisse vor Ort in Form von Elevator Pitches präsentiert wurden. Zusätzlich stellten die einzelnen Institute ausgewählte aktuelle Entwicklungen vor und diskutierten Möglichkeiten, Risiken und Grenzen innerhalb von zwei Diskussionsforen sowie zahlreichen Fachvorträgen. Bei der Präsentation des Projektes NADINE konnte der NADINE-Projektleiter des Fraunhofer IVI, Andreas Küster, anhand der vielfältigen Fachfragen ein großes Interesse am Forschungsvorhaben feststellen. Ideen für weiterführende Forschungsaktivitäten besprachen die Teilnehmer des Symposiums während der zahlreichen Netzwerkgespräche.

 

Programm Fraunhofer Symposium Netzwert 2013

 

 

NADINE präsentiert sich auf dem 5. awiloc®-Technologietag in Oldenburg

 

Um die aktuellen Möglichkeiten rund um die awiloc®-Technologie zur autarken Lokalisierung in Städten und Gebäuden zu diskutieren und realisierte Projekte kennen zu lernen, trafen sich am 24.10.2013 im Technologie- und Gründungszentrum in Oldenburg Vertreter aus Wirtschaft und Forschung zum 5. awiloc®-Technologietag. Die Teilnehmer gewannen in einem Mix aus Technologie- und Anwendervorträgen einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand der Technik, realisierte Lösungen, Akzeptanz neuer Dienste und anstehende Entwicklungen im Bereich der awiloc®-Lokalisierung. Eine abschließende Podiumsdiskussion gab die Gelegenheit, Fragen direkt an die erfahrenen Anwender zu richten.


Der Vortrag von NADINE-Teilprojektleiter Benjamin Wolf (Fraunhofer IIS) mit dem Titel „Stressfreies Reisen vom Start bis zum Ziel" zeigte, wie mit NADINE und awiloc® ein lückenloses Routing durch den öffentlichen Nahverkehr möglich ist. Bei den Besuchern stieß die Umsetzung einer räumlich und inhaltlich übertragbaren, fahrpreissensitiven Tür-zu-Tür-Navigation im ÖPV auf große Resonanz. Besonders die offene, modulare Dienste-Architektur für eine vollständig transparente Nutzung durch Drittanwendungen, z.B. Stadtinformationssysteme, fand Interesse.

 

 

Tag der offenen Tür am 28.09.13 bei der EVAG

 

Bei angenehmen 15°C und Sonnenschein machten sich zahlreiche interessierte Fahrgäste am Samstag auf den Weg zum Urbicher Kreuz. Pünktlich um 10:00 Uhr kamen die ersten Besuchergruppen auf dem größten der drei Betriebshöfe der Erfurter Verkehrsbetriebe AG an, um einmal hinter die Kulissen des Bus- und Bahnbetriebs zu schauen. Führungen zu verschiedenen Themenbereichen vermittelten z. B. Einblicke in die Arbeit der Leitzentrale oder der Bus- und Bahnwerkstätten. Zu den Publikumsmagneten gehörten die Ausstellung von historischen Straßenbahnen und Bussen sowie die kostenlosen Rundfahrten mit Cabriobus und -straßenbahn.

 

An mehreren Ständen konnten sich die Gäste über verschiedene Themen informieren. Großer Andrang herrschte am Infopoint zum Projekt NADINE. Der unkonventionelle Slogan, „NADINE – Eine Expertin der schnellen Wege“, weckte Interesse und sorgte für viele Nachfragen. Einige Besucher waren noch unerfahren in der Verwendung von Smartphone-Apps im ÖPNV, andere hingegen schon fleißige Nutzer aktueller Fahrplanauskunfts- und Handyticketsysteme.

 

 

Die im Projekt NADINE umgesetzte Kombination verschiedenster Technologien zu einem persönlichen Reisebegleiter überzeugte vor allem Kunden, die weniger mit dem ÖPNV-Netz vertraut sind: „Hätte es NADINE letzte Woche schon gegeben, wäre ich schneller an der richtigen Haltestelle gewesen. So ist mir der Bus vor der Nase weggefahren.“ Die Möglichkeit, dem Dienst die Auswahl des für die gewünschte Reise benötigten Tickets zu überlassen, überzeugte zusätzlich. Aber auch die Vielfahrer fanden es super, „bei Störungen problemlos umgeleitet zu werden“. Sogar ein Lokalpolitiker war vom Projekt angetan und sicherte seine Unterstützung zu.

 

Es scheint, als würde NADINE sein Ziel, den Zugang zum ÖPNV zu erleichtern und Barrieren zu überwinden, erreichen können.

 

Infostand Tag der offenen Tür

 

 

Feldversuche mit Landmarken in der Regensburger Altstadt

 

An zwei sonnigen Tagen im August verlegte die Arbeitsgruppe NADINE der Universität Regensburg ihren Arbeitsplatz in die Regensburger Altstadt. Dort sollte der Frage nachgegangen werden, ob Filialen von bekannten Ladenketten gute Landmarken für die Fußgängernavigation von NADINE sein können.

 

Dazu wurden Passanten gebeten, eine festgelegte Teststrecke abzulaufen und ihre Bewertung von Gebäuden mit Filialen abzugeben. Gefragt wurde dabei insbesondere nach der Auffälligkeit von angebrachten Logos der Handelsketten, Lage, Größe, Form, Farbe und Zustand des Gebäudes. Eine wichtige Frage war auch, ob die Passanten die Filialen als typisch für die Handelsketten einstuften.

 

Die erhobenen Daten werden derzeit mit Verfahren der Künstlichen Intelligenz ausgewertet. Ziel dabei ist, einen Algorithmus zu entwickeln, der später während der Navigation eines Nutzers aus potenziellen Objekten in seiner Umgebung das auffälligste finden und als Landmarke zur Erklärung eines Fußwegs heranziehen kann.

 

"Bei den Filialen erreichen wir eine Vorhersagegenauigkeit von ca. 80%. Damit haben wir einen Weg gefunden, wie wir Adressdaten für unser Verfahren des Collaborative Landmark Mining einsetzen können", freut sich das Regensburger Team. "So lassen sich einige wichtige Landmarken in Bereichen, in denen noch wenige Nutzer Objekte bewertet haben, durch automatische Verfahren bestimmen.

 

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Bequem von Tür zu Tür mit dem richtigen Ticket - Verbindung von Navigation und Ticketing

 

Eines der Ziele im Projekt NADINE ist es, die Tür-zu-Tür-Navigation für bereits existierende ortsbezogene und mobile Anwendungen bereitzustellen, welche dadurch einfach um die Navigationsfunktion erweitert werden können. Die physische und logische Anbindung erfolgt über eine so genannte Serviceplattform, die die Kommunikation der verschiedenen Dienste untereinander steuert. Die Erarbeitung der entsprechenden technischen Lösung ist Aufgabenschwerpunkt der HanseCom GmbH. Der Hamburger IT-Dienstleister ist Industriepartner im Forschungsprojekt und bringt neben einem breitem IT-Know-how auch spezifisches Prozess-Know-how im ÖPV mit.


Um den innovativen Ansatz in NADINE auf seine Praktikabilität und Übertragbarkeit hin zu überprüfen, wird im Rahmen des Projektes die durchgängige Navigation an das mobile Ticket-System der HanseCom angebunden, welches sich u.a. bei den Projektpartnern VAG Nürnberg und der EVAG im HandyTicket Deutschland etabliert hat. Bei der Umsetzung der entsprechenden Serviceplattform, die das technische Zusammenspiel der Systeme und das organisatorische Miteinander der Dienste regelt, werden auch die offenen und erweiterbaren Schnittstellen zur Anbindung verschiedener Dienste definiert.

 

Die Kombination von Navigation und Ticketing eröffnet neue Möglichkeiten: Neben dem komfortablen Ticketerwerb passend zur Navigationsauskunft können Routenvorschläge auf die Ticketgültigkeit angepasst oder Warnungen beim Verlassen der Tarifbeschränkung ausgesprochen werden. Darüber hinaus wird der Zugang zum ÖPV deutlich erleichtert. Werden zudem Navigation und das mobile Ticketing gemeinsam als Sammlung von Diensten angeboten, die sich in andere Applikationen einbinden lassen, wird generell die Präsenz öffentlicher Verkehrsangebote verstärkt.


„Als kompetenter IT-Partner möchten wir auch weiterhin unseren Beitrag zur attraktiven Gestaltung der Zukunft des ÖPV leisten. Die Erkenntnisse aus dem Projekt können wir auch bei der Konzeption zukünftiger Produkte und Systeme für den ÖPV, insbesondere im Bereich HandyTicket, effektiv nutzen.", begründet HanseCom die Teilnahme am Forschungsprojekt.

 

 

2. Projektmeeting in Erfurt

 

Am 16. und 17. Mai 2013 trafen sich die NADINE-Partner zum 2. Projektmeeting bei der Erfurter Verkehrsbetriebe AG (EVAG) im Betriebshof Urbicher Kreuz. Das Treffen zielte darauf ab, erste Arbeitspakete zu besprechen, offene Fragen zu klären und die weitere Vorgehensweise im Projekt NADINE festzulegen. Zu den Inhalten gehörten auch die öffentlichkeitswirksame Begleitung des Projektes sowie die Schaffung eines externen Expertenbeirates.


Außerdem wurden Terminketten und Meilensteine definiert. So haben sich die Projektteilnehmer darauf verständigt, bis zum Herbst 2013 eine Vorlage für das Technische Gesamtkonzept sowie bis Ende dieses Jahres eine Vorlage des Betriebs- und Verwertungskonzeptes zu erarbeiten.


In gemütlicher Atmosphäre wurde die Gesprächsrunde am Abend des 16. Mai 2013 in die historische Altstadt von Erfurt mit Stadtführung und anschließendem Abendessen verlagert. Das nächste Treffen ist für den 3. und 4. Dezember 2013 in Dresden geplant, zwischenzeitlich finden monatliche Telefonkonferenzen statt.

 

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Teilnehmer des 2. Projektmeetings in Erfurt: Manuel Müller, Ronny Bloßfeld, Benjamin Wolf, Andreas Küster, Xenia Brouk, Alexander Marx, Christina Ohm, Robert Stecher, Frederik Nöth, Marek Gadau, Steffen Triebel, Kristina Silbermann, Torsten Gründel und Angelika Friedel. Aufgenommen wurde das Foto von Projektkkoordinator Alexander Rüssel.

 

 

UR-Walking - ein Baustein im Projekt NADINE

 

 

Zufriedenheit mit ÖPNV-Routen

 

In Kooperation mit der VAG-Nürnberg ermittelt die Universität Regensburg im Rahmen des Projekts NADINE Bedürfnisse und Erfahrungen von Kunden im öffentlichen Nahverkehr. Besonders interessant ist hierbei, welche Faktoren die Routenauswahl beeinflussen.

 

Was ist UR-Walking?

 

Erinnern Sie sich, wann Sie zum letzten Mal nach dem Weg fragen mussten? Wurde Ihnen gesagt, dass Sie in 250m rechts abbiegen sollen? Vermutlich nicht, denn gewöhnlich werden Wegbeschreibungen mit Hilfe auffälliger Objekte (Landmarken) kommuniziert. Im Rahmen von UR-Walking soll die Kommunikation mittels Landmarken auch für mobile Systeme zur Verfügung gestellt werden. Dem Nutzer soll hierbei eine Navigation "von Tür zu Tür" ermöglicht werden, in die sowohl Fußwege, als auch der öffentliche Personennahverkehr mit einbezogen wird. Die Routen und die Anzeige können an den situativen Kontext und an die persönlichen Präferenzen des Nutzers angepasst werden, so dass letztendlich eine komfortable Reise mit einem flexiblen Navigationssystem möglich ist.

 

Im Rahmen des Projekts werden außerdem neuartige Anzeigemöglichkeiten für Navigationssysteme entwickelt. Neben der Vogelperspektive werden auch schematische dreidimensionale Anzeigen verwendet. Da das System nicht nur im Außenbereich sondern auch innerhalb von Gebäuden funktioniert, wird somit eine durchgängige Nutzerführung ermöglicht.

 

Voglperspektive Indoor Indoor Indoor

 

Weiter führende Informationen

 

Mehr Details über UR-Walking können Sie auf der Seite http://urwalking.ur.de finden. Dort sind auch zwei Demovideos zu sehen, die den aktuellen Prototypen im Einsatz zeigen.

 

 

Kickoff in Nürnberg – Projekt NADINE offiziell gestartet

 

Den Startschuss für NADINE gaben die Projektpartner am 07. und 08. Februar 2013 bei einer Kickoff-Veranstaltung, die von der VAG in Nürnberg organisiert wurde. Neben den sechs Projektpartnern nahmen auch Experten der Verkehrsverbünde VGN und VMT sowie des Center for Transportation and Logistics „Neuer Adler“ teil, die dem Konsortium über die gesamte Projektlaufzeit als Berater zur Seite stehen. 

 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde aller Teilnehmer gab der Projektleiter Frederik Nöth, VAG Nürnberg, einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Forschungsvorhabens und erläuterte die Projektziele. Anschließend wurden die Forschungs- und Geschäftsprofile der einzelnen Organisationen präsentiert und die im Projekt anfallenden Arbeitspakete detailliert besprochen. Im besonderen Fokus standen hier die Ziele und Rahmenbedingungen der geplanten Pilotierung des zu entwickelnden Systems in den Städten Nürnberg und Erfurt. Der Zeitplan sieht vor, dass die Ergebnisse bereits 2014 in Form der beiden Piloten erste Anwendung finden. 

 

Die Kickoff-Veranstaltung diente aber nicht nur zur Besprechung von Projektaufgaben und vertraglichen Angelegenheiten zwischen den Partnern, sondern auch zum informellen Austausch der Beteiligten. Gelegenheit hierzu bat der abendliche Projektstammtisch, bei dem weiterführende fachliche Gespräche und ein besseres Kennenlernen der Teilnehmer im Vordergrund standen.

 

 

 

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